In der Industriegesellschaft des 20. Jahrhunderts war der Begriff „Kunde“ außerhalb des klassischen Einzelhandels und des Handwerks absolut unüblich. Auch bei der BSR als hoheitlichem Betrieb sprechen die Dokumente eher von „Leistungsempfängern“, „Antragstellern“ oder schlicht „Bürgern“. Dennoch kümmerte man sich auf den Betriebshöfen der BSR in Westberlin schon von jeher um die Anliegen der Bürger:innen, Kleingewerbekunden oder Wohnungsbaugesellschaften. Da standen zumeist technische Fragen wie Abholung oder Tonnengröße im Vordergrund.
Das änderte sich – ganz allmählich und in kleinen Schritten – erst ab den 1970er Jahren mit der Einführung einer „Zentralen Tourenstelle“ (ZT) im Westteil Berlins. Zusammen mit der Planung der Müllabfuhr-Touren wurden dort auch die Anliegen der „Nutznießer“ oder „Beschwerdeträger“ gebündelt und dabei jedes Grundstück einzeln betrachtet. Neben Beschwerden ging es dabei oft um praktische Dinge wie die Regelung von Zugängen zu den Grundstücken. Außerdem wurde geschaut, ob die Rechnungen pünktlich bezahlt worden waren. Wobei die BSR erst in den Achtzigern ihre Rechnungen selbst stellen und versenden durfte, vorher erledigte das ein Amt. Im Ostteil der Stadt wurden die Müllgebühren mit den Steuern eingezogen.







