
Förderung von Beschäftigten mit Migrationsgeschichte
Mit der Förderung von Beschäftigten mit Migrationsgeschichte unterstützen wir die Landesstrategie für mehr Teilhabe in der Berliner Migrationsgesellschaft. In Berlin leben rund 39 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund. Bei der BSR arbeiten Beschäftigte aus mehr als 45 Nationen.

Vorwort
Hier seht ihr unseren ersten Förderplan zur Förderung von Beschäftigten mit Migrationsgeschichte.
Wir stehen vor großen strategischen Herausforderungen, wie der Sicherung unseres Arbeits- und Fachkräftebedarfs im demographischen Wandel. Nur durch die Vielfalt unserer Teams – und mit Beschäftigten mit Migrationsgeschichte – können wir unsere Leistungen wie gewohnt zuverlässig und in hoher Qualität erbringen.
Mit dem ersten Förderplan legen wir den Fokus auf unsere HR-Prozesse. Denn hier entscheidet sich, ob Menschen mit Migrationsgeschichte Zugang zur BSR finden, gefördert werden und unsere Abläufe zukünftig vielfaltsförderlich sind. Wir werden bewährte Instrumente nutzen und zusätzlich neue Lösungen entwickeln. Wir werden den Zugang und die Beschäftigung für Menschen unterschiedlicher Herkunft noch inklusiver gestalten.
Auch im Thema Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Inklusion sind wir eine starke Partnerin des Landes Berlin und gestalten aktiv mehr Lebensqualität für Berlin. Unser strategisches Ziel „Wir sind ein leistungsfähiges TeamORANGE“ leistet einen wichtigen Beitrag hierzu.
Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir in zunehmend gemischteren Teams unser gutes Miteinander bewahren, respektvoll zusammenarbeiten und alle Beschäftigten ihre Fähigkeiten und Kompetenzen bestmöglich einbringen können. Nur gemeinsam sind wir das starke Team BSR.
Martin Urban
Personalvorstand
Jennifer Eicher und Birgit Lehmann
Team Diversity
Was wird von uns erwartet? Wie gehen wir es an?
Das Berliner Partizipationsgesetz (PartMig-Gesetz) gibt der Berliner Verwaltung und allen Landesunternehmen klare Handlungsanweisungen, wie
- der Anteil von Beschäftigten mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst zu erhöhen ist,
- Menschen mit Migrationsgeschichte zu fördern und zu unterstützen sind und
- eine vielfaltsförderliche Unternehmenskultur und partizipierende Strukturen weiterzuentwickeln sind.
Gelebte Vielfalt zeigt sich im Handeln!
Der Vorstand der BSR hat beschlossen, die Vorgaben des Gesetzes so umzusetzen, dass wir uns an aktuellen strategischen Vorhaben orientieren, um den größtmöglichen betrieblichen Nutzen zu erreichen und ressourcenschonend voranzukommen.
Wenn wir unser Engagement für Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Inklusion in unsere Unternehmens- und Teil-Strategien, unsere Vorhaben und Prozesse aufnehmen, kommen wir erfolgreicher als bisher ins Handeln.
Die Entwicklung einer vielfaltsförderlichen Unternehmenskultur steht im Mittelpunkt: Denn treffen Menschen in all ihrer (kulturellen) Unterschiedlichkeit zusammen, braucht es Offenheit und Rücksichtnahme auf unterschiedliche (kulturelle) Bedürfnisse und auch die Akzeptanz unserer gemeinsamen Werte zu Vielfalt und einem respektvollen Miteinander.
Anhand folgender Grafik wollen wir die Schwerpunkte des Gesetzes kurz darstellen:

Mit Blick auf unsere Unternehmensstrategie ist uns bewusst, dass es keine Einmal-Aktion, sondern ein stetiger Prozess ist. Wir werden die Förderung von Menschen mit Migrationsgeschichte als stetige Aufgabe etablieren.
Diversity-Kompetenz stärkt unsere Haltung und vielfaltsförderliches Handeln
Die Entwicklung einer vielfaltsförderlichen Unternehmenskultur steht im Partizipationsgesetz an erster Stelle. Beispielhaft wollen wir aufzeigen, was unsere ersten Schritte sind und sein werden.
Für ein gemeinsames Ziel braucht es ein gemeinsames Verständnis im Handeln. Unser Kompetenzmodell bildet die Grundlage für die Entwicklung der Kompetenzen unserer Beschäftigten. Dazu gehört, die Vielfaltskompetenzen aller Beschäftigten und insbesondere von Führungskräften in der praktischen Umsetzung zu stärken.
Daraus werden sich in den nächsten Jahren neue Qualifizierungen ergeben, die wir eng mit unseren schon vorhandenen Angeboten verbinden. Für Führungskräfte werden Wahlpflicht-Seminare zur Förderung der Vielfaltskompetenzen in allen Vielfaltsdimensionen ergänzt.
Unser Anliegen ist es auch, besonders unsere Beschäftigten im operativen Bereich mit unseren Trainings zu erreichen. Besonders herausfordernd wird es sein, in den Geschäftsbereichen Müllabfuhr und Reinigung rund 3.600 Beschäftigte im Gedinge zu schulen.
Begonnen haben wir damit, eine neue digitale Unterweisung zu „Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz und respektvollem Miteinander“ für alle Beschäftigten mit PC-Zugang zu etablieren. Ziel ist es, dass zukünftig alle Beschäftigten – auch in operativen Bereichen und ohne PC-Zugang – an dieser Unterweisung teilnehmen. Dazu werden Kleingruppen-Unterweisungen von den jeweiligen Vorgesetzten durchgeführt oder noch etabliert.
Wo stehen wir? Was sind unsere Ziele?
Aus Erfahrung wissen wir, dass die Auskunftsbereitschaft bei freiwilligen Angaben personenbezogener Daten gering ist. Wir werden im ersten Schritt die notwendigen prozessualen und technischen Voraussetzungen schaffen, damit Beschäftigte oder Bewerber:innen ihre personenbezogenen Angaben freiwillig, anonymisiert und datenschutzkonform mitteilen können.
Zum Zwecke der Personalplanung und der Ableitung zielgerichteter Maßnahmen wird der Migrationshintergrund zukünftig im Bewerbungsprozess, bei Einstellung und bei allen aktuell beschäftigten Mitarbeitenden erfragt.
Wir brauchen Beschäftigte mit Migrationsgeschichte in unserem TeamORANGE. Uns ist bewusst, dass wir ein respektvolles Miteinander in unseren Teams tagtäglich brauchen und fördern müssen. Eine gesetzliche Zielgröße unterstützt unsere Strategie und unser Handeln und hilft uns, unsere Leistungsfähigkeit für Berlin zu sichern.
Unsere Maßnahmen im Zeitraum 2025 bis 2030
Was die Ableitung weiterer Maßnahmen betrifft, orientieren wir uns sowohl am gesetzlichen Auftrag als auch an unserem Anspruch und unseren Werten zur Förderung von Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Inklusion.
In den nächsten zwei bis drei Jahren legen wir den Fokus auf Vorhaben und Prozesse des Geschäftsbereichs Personal und Gesundheit. In den Folgejahren werden wir stärker Vorhaben und Prozesse der weiteren Unternehmensbereiche betrachten.
Maßnahmen | Verantwortliche/ mitwirkende Akteure | Zeitraum |
|---|---|---|
Erstmalige & laufende Beschaffung einer digitalen Unterweisung zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz & für ein respektvolles Miteinander | Team Diversity mit dem Zentralen Einkauf | 2025, dann fortlaufend |
Sensibilisierung der operativ Beschäftigten: Etablieren von Kleingruppenformaten für Beschäftigte ohne PC-Zugang zur Durchführung der digitalen Unterweisungen | Geschäftseinheiten-Leitungen Müllabfuhr, Reinigung und alle Geschäftseinheiten mit operativ Beschäftigten | Ab 2026 |
Vorbereitung der Führungskräfte auf die Sensibilisierung in ihren Teams | Geschäftseinheiten-Leitungen Müllabfuhr und Reinigung mit Team Diversity | Ab 2026 |
Konzeption und Einführung von interaktiven Trainingsformaten für operativ Beschäftigte in Müllabfuhr und Reinigung zu Themen wie Vielfalt & respektvolles Miteinander | Personalentwicklung mit Team Diversity, den Fachbereichen, den jeweiligen Gremien | Ab 2026 |
Konzeptionelle Weiterentwicklung verpflichtender Trainingsmodule und -formate für Führungskräfte zum Thema inklusive Führung | Personalentwicklung mit Team Diversity | 2026, anschließend Aufnahme ins Fort- und Weiterbildungsprogramm |
Maßnahmen | Verantwortliche/ mitwirkende Akteure | Zeitraum |
|---|---|---|
Integration des Infotypen zur Erhebung des personenbezogenen Datensatzes in Abhängigkeit des Zugangs personalisierter Erfassungsbögen | Personalservice mit Projektakteur:innen und dem Team Diversity | Wenn ausreichend große Mengen personalisierter Erfassungsbögen vorliegen (mindestens fünf Prozent der Neueinstellungen). |
Abfrage des Migrationshintergrunds bei Bestandsbeschäftigten | Personalservice mit Team Diversity, Personalcontrolling und Unternehmenskommunikation | in zeitlicher Abhängigkeit des Projekts Selfservices „Digitale Anbindung Orange“ und der Menge personalisierter Erfassungsbögen (beginnend mit den Angestellten bis 2029) |
Durchführung der Befragung nach PartMigG als Teil der Beschäftigtenbefragung | Personalentwicklung mit dem Team Diversity | 2027, dann alle fünf Jahre |
Integration der personenbezogenen Abfrage zum Migrationshintergrund im Bewerbungsprozess – Customizing des neuen Bewerbungsmanagement-Systems | Personalgewinnung mit den Projektakteur: innen und dem Team Diversity | 2026, danach im Prozess integrierte Abfrage |
Maßnahmen | Verantwortliche/ mitwirkende Akteure | Zeitraum |
|---|---|---|
Durchführung einer Beschäftigtenstrukturanalyse und Ableiten betrieblicher Zielgrößen | Personalcontrolling mit Team Diversity und Personalvorstand | je nach Entwicklung der personenbezogenen Daten zum Migrationshintergrund (voraussichtlich nicht vor 2028) |
Systematisierung und Konzeption von Kennzahlen zu Migrationshintergrund und weiteren Vielfaltsdimensionen, Bereitstellung aktueller Kennzahlen und Berichte rund um Vielfalt | Team Diversity mit Personalcontrolling | 2026 |
Erarbeitung und Kommunikation des ersten Förderplans nach PartMigG | Team Diversity mit Maßnahmenverantwortlichen, Personalleitung, Personalvorstand, Gremien und Unternehmenskommunikation | 2026, dann alle drei Jahre Aktualisierung |
Weitere Umsetzung des PartMigG in unseren HR-Prozessen als Teil der jährlichen Arbeitsprogramms | Team Diversity mit Prozess-/Aufgaben-Verantwortlichen und Personalleitung | 2025, dann fortlaufend |
Maßnahmen | Verantwortliche/ mitwirkende Akteure | Zeitraum |
|---|---|---|
Definition des Sprachniveaus für Berufsfelder und Pilotierung eines Stellenbesetzungsprozesses | HR-Business-Partner:innen mit den jeweiligen Akteur:innen | 2026, dann fortlaufend |
Erschließen des Arbeitskräftepotentials durch Gewinnung von Menschen mit Migrationshintergrund – gezielte Ansprache und Weiterentwicklung moderner Recruiting-Methoden | Personalgewinnung den jeweiligen Akteur:innen | Seit 2025, dann fortlaufend |
Besondere Berücksichtigung von Bewerber:innen mit Migrationshintergrund im Auswahlverfahren (Rangfolge bei gleicher Eignung) | Personalgewinnung mit den Personalverantwortlichen und Auswahlgremien | 2026, dann fortlaufend |
Maßnahmen | Verantwortliche/ mitwirkende Akteure | Zeitraum |
|---|---|---|
Anpassen des Leitfadens Qualifizierungsgespräch & gegebenenfalls weiterer Instrumente zur Förderung von Beschäftigten mit Migrationshintergrund | Personalentwicklung mit den Personalverantwortlichen | 2026, dann fortlaufend |
Berücksichtigung der gesetzlichen Zielgrößen in der kontinuierlichen Personal- und Nachfolgeplanung | HR-Business-Partner:innen mit den Personalverantwortlichen und Personalcontrolling | 2026, dann fortlaufend |
Maßnahmen | Verantwortliche/ mitwirkende Akteure | Zeitraum |
|---|---|---|
Strukturierung des Beschwerdemelde- und Klärungsprozesses für Beschäftigte | Beschwerdestelle mit dem Team Diversity und weiteren Schnittstellenpartner:innen | 2026 |
Strukturierung der Prozesse zur Behandlung von Hatespeech in sozialen Medien | Team Diversity mit den Schnittstellenpartner:innen im HR- und Kommunikationsbereich | 2026 |
Gelebte Vielfalt heißt handeln!
Nach Inkraftsetzung des Förderplans zur Förderung von Beschäftigten mit Migrationsgeschichte werden Personalvorstand, das Team Diversity, das Personalcontrolling und die Maßnahmenverantwortlichen in regelmäßigen Abständen zu Gesprächen zusammenkommen. Die Umsetzung wird nachverfolgt und weiterer Handlungsbedarf besprochen und bearbeitet.
Führungskräfte, Frauen-, Schwerbehinderten- und Personalvertretungen verstehen wir als aktive Partner:innen, die Förderung von Beschäftigten mit Migrationsgeschichte mitzugestalten.
Wir wollen unser Handeln und unsere Förderangebote für mehr Chancengerechtigkeit und Inklusion verbessern und bei persönlichen Anliegen Unterstützung geben. Auf Ideen und Hinweise unserer Beschäftigten können wir hierbei nicht verzichten. Ihre Hinweise sind wertvoll und werden aufgegriffen, zum Beispiel im Arbeitskreis Vielfalt oder weiteren Gesprächsformaten.
Vielfalt bedeutet, dass alle zur Party eingeladen sind. Inklusion ist, wenn alle zusammen tanzen.
nach Vernā Myers
Ansprechpartner:innen zum Förderplan
Vorstand Personal
Martin Urban
Telefon: 030 7592-2302
martin.urban@bsr.de
Team Diversity
Birgit Lehmann
Telefon: 030 7592-4218
birgit.lehmann@bsr.de
Jennifer Eicher
Telefon: 0162 2327063
jennifer.eicher@bsr.de
Der Personalvorstand, die Diversity Beauftragten und alle weiteren Beteiligten unterliegen der Schweigepflicht: Alle personellen beziehungsweise personenbezogenen Anliegen werden vertraulich behandelt.

