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KSI: In-Situ-Stabilisierung eines Methanoxidationsfeldes auf der Altablagerung Egelpfuhl in Berlin-Spandau - Förderkennzeichen 03K13163 (www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen)

Ein wichtiges Geschäftsfeld der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) sind 38 ehemalige Müllkippen, sogenannte Altablagerungen in Berlin, für die das kommunale Unternehmen im Sinne des Bodenschutzgesetzes die Verantwortung übernommen hat. Auf einer dieser Flächen wurde jetzt eine moderne biologische Klimaschutzanlage errichtet, die austretendes Methan deutlich besser als bisher umwandeln und damit unschädlich machen kann. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium im Rahmen der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Betroffen ist eine Fläche am Egelpfuhl im Berliner Bezirk Spandau. Dort befinden sich im Wechsel Schrebergärten und grüne Freiflächen. Die Idylle hatte bis vor kurzem einen Haken: Unter dem Boden gärt eine alte Müllkippe vor sich hin. Von 1929 bis 1962 wurde dort über eine Million Kubikmeter Abfall verkippt. Beim Bau zweier Kleingartenanlagen in den Siebzigern störte man sich nicht daran, dass dort Deponiegase austraten. Aber Ende der Neunziger wurde genauer gemessen. Die zuständigen Behörden schlugen Alarm, und für kurze Zeit drohte dem Schrebergartenidyll das Aus.

Eine Gasfassung konnte das zunächst verhindern. Aber fast 20 Jahre später, im Jahr 2018, genügte diese Anlage nicht mehr. Vor dem Hintergrund gewachsenen Klimabewusstseins sollte vor allem Methan dauerhaft noch besser gefasst und entsorgt werden. Dieses Gas ist zwar nicht giftig, aber ein hochgradiger Klimakiller - über 20 Mal gefährlicher als Kohlendioxid - und auch leicht entzündlich. Es bestand eine „latente Gefährdung“: Methan, dass etwa durch Risse in der Bodenplatte einer Laube einströmt, hätte dort ein explosives Gemisch erzeugen können.

Die BSR, die seit 2004 für die Altablagerungen Berlins verantwortlich ist, schuf Abhilfe. Dicht neben den Kleingartenanlagen wurde im Sommer 2020 in einer etwa 1.500 Quadratmeter großen Senke ein sogenanntes Methanoxidationsfeld (MOF) errichtet. Das ist ein Flächenfilter, in dem Mikroorganismen das Methan in Kohlendioxid umwandeln. Er funktioniert so: Das in der Gasfassungsanlage gesammelte Deponiegas wird mit Druck zum MOF befördert. Dort wird es mittels eines Systems aus unterschiedlich gelochten Rohren, sogenannten Rigolen, gleichmäßig verteilt. In einer speziellen Bodenschicht, die nicht zu sandig und nicht zu lehmig sein darf, siedeln sich natürlich vorkommende Methanbakterien an. Diese winzigen Helfer arbeiten ganz umsonst im Sinne der Umwelt und des Klimas, indem sie das einströmende Gas zu Kohlendioxid verarbeiten. 

Im Herbst 2020 wurde die Anlage fertig gestellt, für die unter anderem über 2.200 Kubikmeter Lehmboden aus der Gemeinde Schönefeld bei Berlin herangeschafft werden mussten. Da die Produkte völlig unschädlich sind, darf die Fläche betreten und auch genutzt werden. Der Bezirk Spandau plant dort eine Wiese zum Ausführen von Hunden.

Nationale Klimaschutzinitiative

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BSR Bauschild © BSR

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum am Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

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