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1. Warum soll ich trennen, wird nicht sowieso alles zusammengekippt?

© BSR, 2019

Nein. In Berlin geht jede Abfallart, die getrennt entsorgt wird, einen anderen Weg. Papier und Pappe werden z.B. in der Anlage der Wertstoff Union Berlin zunächst von Fremdstoffen befreit, vorsortiert und weiter in die Herstellung für Altpapier gegeben. Glas kann beliebig oft recycelt werden, vorausgesetzt es wird bestmöglich getrennt. Bioabfälle verwertet die BSR zu Biogas als Ersatztreibstoff für Müllfahrzeuge und Kompost für die Landwirtschaft. Und aus Verpackungen kann Kunststoffgranulat hergestellt, woraus neue Produkte wie Rohre oder Balkonkästen gefertigt werden. Alles, was in der schwarzen Hausmülltonne landet, verbrennt die BSR. In diesem Prozess entsteht Heißdampf, der zur Strom- und Wärmegewinnung genutzt wird.

2. Müssen leere Flaschen und Verpackungen ausgewaschen werden?

Nein. Denn die Verpackungen werden im Recyclingprozess, beim Zerschreddern der sortierten Kunststoffe ausgespült. Wichtig ist nur, dass alle Verpackungen restentleert sind, nicht gestapelt werden und der Deckel abgezogen wird.

3. Warum sollen Kassenbons in den Restmüll?

Kassenbons bestehen aus sogenanntem Thermopapier. Dieses ist speziell beschichtet und stört den Recyclingprozess. Daher bitte gleich in die schwarze Tonne damit.

4. Warum Kunststoff separat entsorgen, es kann nur ein kleiner Teil recycelt werden?

Kampagne Richtig Trennen - Getränkekartons
© BSR, 2019

Leider werden nicht alle Verpackungen und Plastikteile recycelt. Warum nicht? Hersteller nutzen für Verpackungen Mischkunststoffe, die nicht oder nur schwer wieder getrennt werden können. Viele Verpackungen, wie Joghurtbecher oder Waschmittelflaschen, können recycelt werden. Daher ist eine gute Abfalltrennung wichtig, denn nur so ist Recycling überhaupt möglich. Darüber hinaus kann jeder dazu beitragen weniger Verpackungen einzukaufen: Obst und Gemüse unverpackt, Brotwaren im eigenen Brotbeutel oder Stück-Seife statt flüssige.

5. Dürfen Briefumschläge mit Sichtfenster und getackerte Papiere in die Papiertonne?

Wenn der Briefumschlag überwiegend aus Papier besteht, darf er in die Papiertonne. Büroklammern, Tackernadeln und kleine Mengen Kunststoff können im Recyclingprozess abgeschöpft und aussortiert werden. Machen Sie bei Papier immer den Reißtest. Lässt sich das Papier problemlos reißen und ist unverschmutzt, darf es in die Papiertonne. Dreckige Pizzakartons bitte besser in den Hausmüll.

6. Warum darf kein Plastik und auch kein Bioplastik in die Biotonne?

Kein Plastik in die Biotonne
© BSR, 2019

Die meisten Vergärungs- oder Kompostieranlagen können nicht zwischen Bioplastik und normalem Plastik unterscheiden. Sie erkennen beides als Störstoff und sortieren sie aus. Zudem zersetzen sich Bioplastikprodukte in der Vergärung und Kompostierung nicht ausreichend schnell und dürfen daher in Berlin nicht in die Biotonne. Gelangt normales Plastik in die Biotonne, können insbesondere kleinere Plastikpartikel nicht immer aussortiert werden. Im schlechtesten Fall landen diese in Form von Mikroplastik in der Landwirtschaft und somit in unseren Böden und Gewässern. Daher bitte jegliches Plastik von der Biotonne fernhalten.

7. Warum sollte ich Joghurtbecher und andere Verpackungen nicht stapeln?

Die unterschiedlichen Plastikarten werden u.a. mit einem Infrarotscan geprüft. Das geht natürlich nur gut, wenn die Verpackungen lose und nicht zusammengeknüllt oder gestapelt auf dem Sortierband landen.

8. Gehören nur Verpackungen mit dem grünen Punkt in die Wertstofftonne?

Wertstoffe
© BSR, 2019

Nein. In Berlin können alle Gegenstände aus Plastik, Metall und Verbundstoff in die Wertstofftonne – egal ob Verpackung oder nicht. Die Wertstofftonne kann sowohl orange als auch gelb sein.

9. Wo entsorge ich blaue oder rote Glasflaschen?

Diese bitte in die Grün-Glascontainer oder Buntglastonnen geben.

10. Warum soll ich Glas farblich trennen, es wird doch in ein Fahrzeug gekippt?

Mehrkammerfahrzeug Glas
© Karl Meyer, 2019

Der Container auf dem Kran-Entsorgungsfahrzeug besteht aus zwei oder mehr Kammern in die das Glas geleert wird. Bei der Leerung der öffentlichen Glascontainer werden meist nur zwei der drei Container geleert, da der Braunglascontainer meist etwas länger braucht um voll zu werden. Die Trennwände im Fahrzeugcontainer sind von unten leider schwer erkennbar. Eine Drohne allerdings könnte die Trennwände gut sehen.

11. Muss ich die Metall- und Kunststoffdeckel von Flaschen extra entsorgen?

Um den Sortieraufwand zu reduzieren und das Recycling zu vereinfachen, sollten die Deckel in die Wertstofftonne gegeben werden. Landet der Deckel, z.B. der eines Marmeladenglases, mal im Altglascontainer, ist das jedoch nicht  schlimm. Die Deckel bestehen zumeist aus Metall oder Kunststoff und können durch verschiedene Sortierverfahren wieder rausgeholt werden. Korken bitte sammeln, auf den Recyclinghöfen abgeben oder zum Basteln nutzen.

12. Dürfen auch Essensreste und Zitronenschalen in die Biotonne?

Biogut
© BSR, 2019

Aber ja, immer her damit. Gerade die sogenannten hochkalorischen und fettigen Abfälle sind sehr gutes „Futter“ für die Bakterien in unserer Biogasanlage. Dazu zählen u.a: Essensreste, Knochen, Fischgräten und schlecht gewordene Nudeln. Auch sämtliche Schalen von Obst und Gemüse sowie Grünabfälle dürfen in die Biotonne. Achtung beim Kompostieren zuhause: Hier sollten Sie nicht alles drauf werfen.

13. Entsorge ich zerbrochenes Fensterglas und kaputte Getränkegläser im Glascontainer?

Nein. Denn diese Gläser haben einen anderen Schmelzpunkt als Glasverpackungen und können das Recycling stören. Sie sollten unbedingt in der schwarzen Hausmülltonne entsorgt werden – ebenso wie Vasen, Keramik, Spiegel und Porzellan.