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Produzieren, wegwerfen, neu produzieren, wegwerfen. Für die meisten von uns ist es normal, Gebrauchtes zu entsorgen und durch neue Produkte zu ersetzen. Immer neue Anlässe, Konsum-, Feier- und Rabatttage, wie der Black Friday, verstärken das Leben im Überfluss und verleiten zum schnellen Wegwerfen.

Zum Auftakt der Europäischen Woche der Abfallvermeidung setzen wir deshalb seit vier Jahren gegen den konsumorientierten „Black Friday“ mit dem #abfallfreitag ein Zeichen. Der Abfallfreitag wurde 2018 zum ersten Mal ausgerufen und hat sich im Laufe der Jahre bereits gut etabliert. Zahlreiche Privatpersonen, Bezirksämter, Institutionen, Firmen, Vereine und Personen der Zero-Waste-Bewegung beteiligen sich jedes Jahr am Abfallfreitag und setzen gemeinsam mit uns ein stark sichtbares Zeichen gegen übermäßigen Konsum, Ressourcenverschwendung und zu viel Abfall in der Stadt.

Das Zero Waste Future Festival 2021

Berlin hat den #abfallfreitag – mit dem Zero Waste Future Festival gefeiert. Am 19. November 2021 kamen die spannendsten Vordenker eines abfallfreien Lebens in der NochMall, dem Gebrauchtwarenhaus der Berliner Stadtreinigung, zusammen und stellten ihre Ideen vor, wie ein Leben und Arbeiten mit weniger Müll ganz konkret funktioniert.

In Vorträgen, Diskussionen und Werkstattbesuchen erklärten und zeigten Theoretiker:innen und Praktiker:innen, was zirkuläres Wirtschaften überhaupt bedeutet und wie es für jeden Einzelnen umsetzbar ist.

Programm-Beiträge auf einen Blick

Immer mehr Berliner:innen möchten ihre Lebensmittel unverpackt einkaufen. Aber lässt sich das genauso bequem in den Alltag integrieren wie ein Einkauf im Supermarkt? Christiane Sieg hat den Lieferservice und Unverpackt-Laden „Der Sache wegen“ im Prenzlauer Berg gegründet und verrät, wie sich Zero Waste unkompliziert in den Alltag integrieren lässt – und wie aus weniger Müll mehr Bewusstheit wird.

Im ehemaligen Haus der Statistik am Alexanderplatz haben verschiedene Initiativen von Material-Rettern ihre Lager aufgeschlagen. Sie sammeln übrig gebliebene Baumaterialien, verleihen Werkzeuge, helfen beim Reparieren und Upcyceln. Nirgendwo sonst in Berlin wird die Utopie einer Kreislaufwirtschaft so greifbar. Wir tauchen ein in den bunten Kosmos und fragen: Ist das der Baumarkt der Zukunft?

10 Folien mit jeweils 20 Sekunden Erklärzeit – das ist das Format, in dem Akteur:innen der Berliner Zero-Waste-Szene ihre Ideen und geförderten Projekte vorstellen können. Jede Stunde ist ein Projekt im Videochat und anschließend gibt’s Antworten auf Ihre Fragen.

In der NochMall treffen wir die Bloggerinnen von Found on the Street, die Modedesignerin Sigrid Münzberg von Sekundär-Schick und die Kintsugi-Künstlerin Eva Lenz-Collier, die uns eine kurze Einsicht in ihre Arbeit und Projekte geben.

Das Restaurant Frea ist das erste vegane müllfreie Restaurant der Welt. Alle Lebensmittel würden zu 100 Prozent verarbeitet, sagt der Gründer David Suchy und nimmt uns mit in Speisekammer, Küche und Gastraum. Welche Spitzentipps des Zero Waste können wir von einem Spitzenrestaurant übernehmen?

Nur etwa ein Drittel aller Getränke werden in Mehrwegflaschen verkauft, Getränke und Essen to go werden noch immer mehrheitlich in Einwegverpackungen ausgegeben und geliefert – obwohl der Gesetzgeber immer klarere Regelungen pro Mehrweg erlässt. Wie ist der Stand in Berlin, was können wir von anderen Ländern lernen und wie können wir Mehrweg in Berlin weiter voranbringen? Das diskutieren Expert:innen der BSR, der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, der Deutschen Umwelthilfe und von GLOBAL 2000.

Pappbecher, Plastikgeschirr, Aluminium-Teller – spätestens seit den Hygienemaßnahmen während der Corona-Pandemie haben sich viele Menschen ihr Essen aus Restaurants mitgenommen. Der entstandene Verpackungsmüll ist enorm. Wie kann das anders funktionieren? Nina Fuchs vom Projekt „Klimaschutz is(s)t Mehrweg“ des Vereins „LIFE – Bildung Umwelt Chancengleichheit“ verrät, wie Gastronom:innen und Gäste auf Mehrweglösungen umsteigen können.

Warum soll ich trennen – wird nicht alles sowieso zusammengekippt? Wieso muss das Taschentuch in den Restmüll? Wohin gehört eine blaue Glasflasche? Es gibt Fragen, die werden dem Abfallberatungs-Team der BSR immer wieder gestellt. Franziska Voß und Sebastian Seibel haben auf Social Media Ihre Fragen gesammelt und beantworten die wichtigsten FAQs und die größten Müllmythen.

So geht abfallfrei: Tipps, um Abfall zu vermeiden

Gemüse frisch von der Ernte
© Adobe Stock/ajlatan

Greifen Sie zu regionalen und saisonalen Produkten, die Sie leicht auf dem Wochenmarkt finden. Denn der Anblick überfüllter Regale führt schnell zu übertriebenen Einkäufen, wodurch mehr Essensreste als nötig in der Biotonne landen. Dabei ergibt Übriggebliebenes oft noch eine Mahlzeit. Bei Produkten, die Sie ohnehin schälen oder putzen wollen (Bananen oder Blumenkohl), sollten Sie auf eine zusätzliche Verpackung verzichten und das Preisschild direkt auf den Artikel                                                                                                        kleben.

Beutel mit Einkäufen
© Stocksy.com/Deirdre Malfatto

Wer einkaufen geht, sollte immer einen Stoffbeutel dabei haben. Den kann man fast lebenslang verwenden. Damit setzen Sie der jährlichen Menge von rund 266 Millionen Plastiktüten (allein in Berlin!) ordentlich was entgegen. Nutzen Sie also einen Stoffbeutel und sparen Sie Abfall.

Essen im Eineweckglas
© www.lunchimglas.com

Mittags schnell zum Imbiss: eine Currywurst auf einer Pappschale mit Plastikpieker. Den Kaffee danach aus dem Plastikbecher, genauso wie die Kaffeesahne und auch das Umrührstäbchen. Das muss nicht sein. Entweder, Sie nehmen einen eigenen Teller mit. Oder Sie bereiten am Vorabend zuhause ein Lunch-Paket vor, füllen die Portion in ein Weckglas. Ein paar Rezepte für „Lunch im Glas“ gibt’s online im TrenntMagazin: www.trenntmagazin.de/ein-glaeschen-fuer-alle/

Frau trinkt aus Mehrwegbecher
© Getty Images/Westend61

Pro Stunde verbraucht Berlin 20.000 Einwegbecher. Dabei sind Mehrwegbecher eine müllfreie Alternative. Gemeinsam mit der Bewegung Better World Cup wollen wir der Einwegbecherflut in Berlin ein Ende setzen. Deshalb bekommen Sie in Partnerläden Rabatt auf Heißgetränke im mitgebrachten Mehrwegbecher. Mehr Infos: www.betterworldcup.berlin 

Krimskrams, gerauchte Dinge
© Adobe Stock/Giuseppe Porzani

Nicht alles muss neu gekauft werden. Selten genutzte Gegenstände teilen oder mieten ist günstig und umweltschonend. Beispielsweise bieten viele Baumärkte einen Leih-Service für Bohrmaschine und Co. an. 

Alter Plattenspieler als Werbung für die NochMall
© BSR

In der NochMall, dem BSR-Gebrauchtwarenhaus, bekommen gut erhaltene Dinge ein zweites Leben. Auf 2.500 Quadratmetern finden Sie u.a. Möbel, Kleidung, Elektrogeräte, Haushaltswaren, Spielzeug und Bücher. Viele Sachen müssen nicht weggeworfen werden, sondern dürfen nochmal(l) verwendet werden. Sie können auch gutes Gebrauchtes vor Ort abgeben: Gebrauchtwarenkaufhaus NochMall, Auguste-Viktoria-Allee 99, 13403 Berlin-Reinickendorf . Weitere Annahmestellen: Recyclinghof Hegauer Weg und Recyclinghof Lengeder Straße

Second Hand Kleidung
© Istock/timnewman

Was Sie loswerden wollen, sucht jemand anderes vielleicht gerade dringend. Also werfen Sie Ihr Gebrauchtes nicht weg – verschenken oder tauschen Sie es online kostenlos im Tausch- und Verschenkmarkt: https://www.bsr.de/tausch-und-verschenkmarkt-20985.php. Natürlich können Sie gut erhaltene Sachen auch an karitative Einrichtungen weitergeben: www.BSR.de/Spenden

Korbgeflecht von Stuhl reparieren
© Adobe Stock/Fotoschlick

Ob Möbel, Kleidung oder Accessoires – im Online-Stadtplan TrenntMap finden Sie alle Upcycling-Läden und Repaircafés auf einen Klick: www.trenntmap.de. Anregungen geben auch verschiedene Do-it-yourself-Plattformen.

Lieferanten Eignererklärung

Auch im Büro können Sie auf den sinnvollen Umgang mit Ressourcen achten. So sollten Getränkeautomaten mit Mehrwegsystemen ausgestattet sein. Es muss auch nicht immer alles und jede E-Mail ausgedruckt werden. Lässt es sich allerdings nicht vermeiden, sollte der beidseitige Druck eingestellt sein. Mehr Tipps zum Abfallvermeiden im Büro finden Sie hier.

Zero Waste Future Festival 2020


Als Teil unseres letzten Online-Festivals hatten feste Größen der Berliner Zero-Waste-Szene die Möglichkeit, sich vorzustellen. Hier können Sie sich alle Präsentationen noch einmal anschauen.

Alle Programmbeiträge auf einen Blick

Kräutertee im Metallei und Müsli aus dem Glas: Original-Unverpackt-Gründerin Milena Glimbovski und Künstlerin/Food-Art-Week-Initiatorin Tainá Guedes sprechen beim Frühstück über ihre Erfahrungen beim verpackungsfreien Einkaufen und abfallarmen Kochen.

Alte Schuhkartons einfach in den Müll? Nein! Wir zeigen euch, wie ihr daraus eine Murmel-Bahn und einen Tisch-Kicker basteln könnt. Viel Spaß beim Basteln und Spielen!

Hier geht´s zur Materialliste (pdf-Dokument 1,65 MB)

Im Haus der Materialisierung in Berlin haben Material-Retter-Initiativen ihr Lager aufgeschlagen. Die Aktivisten Nikolai Wolfert und Gerard Roscoe von der Leihplattform „Cosum" wollen von dort die Idee des Teilens von Dingen in die Stadt tragen. Ihr Motto lautet: „Teilen ist Zukunft“. Neugierig?

Der Koch und eat! berlin Festivalleiter Bernhard Moser zeigt, wie einfach in der Mittagspause eine schnelle Mahlzeit zubereitet werden kann, bei der nichts übrigbleibt. Guten Appetit!

Rezeptidee (PDF Dokument)

Die Bloggerin Olga Witt zeigt anhand ihres eigenen Lebens, wie man Müllvermeidung praktizieren kann. Sie führt durch ihre Wohnung und zeigt, wie jeder mit einfachen Möglichkeiten Abfälle zu Hause vermeiden kann.

Auch im Büro kann Müll vermieden werden. Wie Unternehmen erste Schritte zu einem nachhaltigeren Arbeitsalltag gehen können, erklärt Nicol Hartz vom Zero Waste e. V. im Gespräch.

Warum soll ich trennen, wird nicht sowieso alles zusammengekippt? Wo muss das Taschentuch entsorgt werden? Und wie entsorgt man blaue oder rote Glasflaschen? Es gibt Müll-Fragen, die immer wieder auftauchen. Franziska Voß und Sebastian Seibel, das Abfallberatungs-Team der BSR, entschlüsseln die Müllmythen.
 

Die TrenntMagazin-Chefredakteurin Greta Taubert spricht mit Nora Sophie Griefahn von Cradle to Cradle NGO über das Prinzip eines völlig neuen Produktdesigns. Wie kann der Mensch ein Nützling sein und einen positiven ökologischen Fußabdruck hinterlassen? Und wie können Produkte so designt werden, dass sie durchgehend in Kreisläufen zirkulieren und gesunde Materialien enthalten?

Der Verein „RESTLOS GLÜCKLICH“ bereitet ein 3-Gänge Zero-Waste-Menü aus geretteten Lebensmitteln zu und garniert diese mit Gesprächen zu Lebensmittelwertschätzung bei einem Landwirtschaftsbetrieb und einem Lebensmitteleinzelhändler.

Hier geht’s zu den Rezepten (PDF Dokument 0,5 MB)

Das Jugendorchester aus Cateura, der größten Mülldeponie Paraguays, ist schon in über 40 Ländern aufgetreten. Dabei spielt die Gruppe ausschließlich auf Instrumenten aus Schrott und recycelten Materialien.