Berliner Zeitung vom 25.04.2005
"Vor ein paar Tagen beobachtete Jürgen Baur, Personalrat
bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR), wie mehrere Leute Besen von den BSR-Plakatwänden nahmen. ,Sie fegten die Bürgersteige und hingen sie wieder zurück', sagt Baur.
Und genau das ist auch das Ziel der Kampagne des Unternehmens. Denn unter dem Motto ,Auf die Strassen, Plätze, los!' wirbt die BSR seit gut einer Woche für mehr Sauberkeit und Ordnung in den Kiezen. Inzwischen sind alle 900 Besen, die an den Plakaten hingen, weg. Die BSR wertet das als gutes Zeichen. ,Das zeigt, dass unsere Kampagne angenommen wird', sagte Bauer. (...)"
"Dass die neue Kampagne keine Luftnummer erfindungsreicher PR-Berater ist, bewiesen am Sonntag
die Anwohner vom Klausenerplatz nahe dem Schloss Charlottenburg. Dorthin hatte die Stadtreinigung eingeladen, um den Ankündigungen Taten folgen zu lassen. ,Uns halfen gut 250 Anwohner beim Saubermachen' sagte Sabine Thümler. Die erhielten orangefarbene Westen mit dem Aufdruck ,Kehrenbürger' und wurden in vier Arbeitsteams geteilt: Spielplatz-, Bank-, Grünflächen- und Wegeteam.
Zur Belohnung gab es eine Tombola, Getränke und Snacks.
Zu den Freiwilligen gehörte auch Anwohnerin Anke Ziemer, die mit ihrem Sohn David verdreckte Bänke von Taubenkot und Kaugummiresten säuberte. ,Wir haben extra einen Ausflug
ins Grüne verschoben', sagte sie. ,Schließlich möchten wir in
einer sauberen Umgebung leben.' (...) Sie hofft, dass solche werbewirksamen Aktionen auch im Alltag Nachahmer finden - genau wie es sich Bürgermeisterin Monika Thiemen (SPD) wünschte: ,Sauberkeit auf den Straßen und Plätzen geht uns alle an.'"