Die ständige Zunahme der Verpackungsabfälle veranlasste den Gesetzgeber Anfang der Neunziger Jahre dazu, über Maßnahmen gegen die "Verpackungsflut" nachzudenken. 1991 trat die Verpackungsverordnung (VerpackV) in Kraft, die inzwischen in der vierten Novelle vorliegt, eine fünfte wird diskutiert. Mit dieser Verordnung wurde erstmals festgelegt, dass Hersteller und Vertreiber ihre Produkte (hier Verpackungen) zurücknehmen und einer Verwertung zuführen müssen.
Duale Systeme als Alternative
Dazu erfassen verschiedene, privatwirtschaftlich organisierte "Duale Systeme" die bei privaten Endverbrauchern anfallenden Verpackungsabfälle und verwerten die Materialien. Wie viel verwertet werden muss, wird ebenfalls durch die Verpackungsverordnung in Form einzuhaltender Verwertungsquoten vorgegeben. Finanziert wird dieses System der "Dualen Entsorgung" durch die Verbraucher, die beim Kauf einen im Preis bereits enthaltenen Entsorgungsaufschlag entrichten. Die Kennzeichnungen (z.B. Grüner Punkt etc.) sind keine Umweltzeichen. Sie weisen lediglich eine Verpackung als Einwegverpackung aus, für die Hersteller bzw. Vertreiber des Produkts ein Lizenzentgelt bezahlt haben.
Mehrweg-Getränkeverpackungen
Neben der Verpflichtung der Hersteller/Vertreiber Einwegverpackungen zurückzunehmen, sah die Verpackungsverordnung zum Schutz der ökologisch vorteilhaften Mehrweg-Getränkeverpackungen weiterhin die Einführung einer Pfandpflicht vor, wenn der Mehrweganteil unter 72 Prozent fällt. Das war erstmals 1997 und in den Folgejahren der Fall. Somit trat im Januar 2003 die Pfandpflicht für Bier-, Mineralwasser- und Limonadeverpackungen in Kraft und wurde im Mai 2006 nochmals auf kohlensäurefreie Erfrischungsgetränke und sogenannte Alcopops erweitert. Mit Einführung der Pfandpflicht auf viele Einweg-Getränkeverpackungen ist es für den Verbraucher nicht einfacher geworden, umweltgerecht einzukaufen. Denn nun steht Pfand nicht mehr automatisch für umweltfreundliche Mehrwegsysteme.
Nach Erhebungen der GfK-Gruppe, einem der führenden Marktforschungsunternehmen, sank der Mehrweganteil bei Wasser und alkoholfreien Getränken im ersten Halbjahr 2007 auf 30,7 Prozent.