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Ratgeber Abfall
Fragen zur Entsorgung bestimmter Abfälle? Hier finden Sie umfassende Informationen. 
 

Tipps zur Abfallvermeidung

Um es gleich vorweg zu nehmen: Abfallvermeidung ist direkter Umweltschutz, der nicht nur die natürlichen Ressourcen schont, sondern auch Ihren Geldbeutel.
Ausgedienter oranger Schuh
Informationen zur
richtigen Abfallvermeidung

Mieten statt Kaufen
Gebrauchtes statt Neues
Bewusst entscheiden statt blindlings Konsumieren
Langlebigkeit statt ex-und-hopp
Mehrweg statt Einweg


Mieten statt Kaufen
Eine alte Müllmännerweisheit sagt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis alles zu Abfall wird. Folglich steigen unsere Abfallmengen, je mehr wir kaufen.
Dabei lohnen sich viele Anschaffungen aus wirtschaftlicher Sicht häufig gar nicht. So wird kaum jemand auf die Idee kommen, sich für seinen Umzug eigens einen Lkw zu kaufen. Der lässt sich einfacher Mieten. Ebenso wenig wird ein Teppichshampoonierer so oft gebraucht, dass sich ein eigenes Gerät rechnet. Auch wenig genutzte Spezialwerkzeuge für den Heimwerker sowie Garten- oder Sportgeräte lassen sich meist problemlos ausleihen. Spezialisierte Verleihfirmen und Baumärkte bieten hier ein vielfältiges Angebot. Vorteil: Man spart bares Geld und eine Menge Platz. Und unter Umweltgesichtspunkten: man produziert keinen zusätzlichen Abfall.

Gebrauchtes statt Neues
Ist aufgrund der häufigen Nutzung dennoch ein Kauf die bessere Lösung, tut es vielleicht auch ein gebrauchtes Produkt. Damit lässt sich zumindest zusätzlicher Abfall vermeiden, der zwangsläufig bei jedem neuen Herstellungsprozess anfällt. Bei langlebigen Produkten wie Pkws ist das längst gang und gäbe. Hier eine Liste der Flohmärkte in Berlin.

Bewusst entscheiden statt blindlings Konsumieren
Aber egal ob Sie ein Auto, eine Espressomaschine oder eine Schrankwand kaufen möchten, Qualität und Langlebigkeit sind die entscheidenden Kriterien, wenn es darum geht, Ärger und unnötigen Abfall zu vermeiden. Nutzen Sie daher unabhängige Testberichte (z.B. die Zeitschrift "Test" der Stiftung Warentest oder das "Öko-Test"-Magazin) sowie die bestehenden Beratungsangebote (z.B. Verbraucherzentrale) für Ihre Kaufentscheidung.

Vielfach wird sich zeigen, dass so manches Produkt schlicht überflüssig ist. So erfüllt in der Regel ein umweltfreundlicher Haushaltsreiniger auf Essig- oder Zitronenbasis den gleichen Zweck wie ein Desinfektionsmittel. Ebenso lassen sich chemische Rohrreiniger durch oftmals sogar wirksamere mechanische Hilfsmittel (Spirale, Saugglocke) ersetzen. Und für die Gartenpflege ist Kompost sowieso die bessere Alternative zu Kunstdünger.

Langlebigkeit statt ex-und-hopp
"Billig gekauft ist doppelt gekauft", sagt eine alte Volksweisheit. Das schafft doppelten Müll. Doch nicht immer lässt sich die Qualität am Preisschild ablesen. Bei vielen Produkten kann man dennoch mit kritischem Blick und etwas technischem Sachverstand die Zuverlässigkeit und absehbare Lebensdauer mehr oder weniger einschätzen:  Sind die Einzelteile genietet oder geschraubt? Können Verschleißteile ersetzt werden? Wie ist es um die Stabilität bestellt?
Darüber hinaus geben auch anerkannte Produktsiegel wie der "Blaue Engel" einen Hinweis auf die Umweltverträglichkeit.
Geringwertige Wegwerfprodukte wie Pappteller, nicht nachfüllbare Feuerzeuge und Filzstifte oder Einwegrasierer gehören zwar zum "Lifestyle" einer Ex-und-hopp-Gesellschaft, belasten jedoch zusätzlich die Umwelt.
Außerdem erweisen sich viele scheinbar preiswerte "Wegwerfprodukte" am Ende oft als teurer. So sind Batterien gegenüber Akkus auf Dauer meist die ungünstigere Alternative. Ortsfest genutzte Elektrogeräte sollten ohnehin möglichst über einen Netzanschluss betrieben werden.
Mit leider zunehmender Tendenz gibt es heute sogar für höherwertige Produkte - etwa Handys oder Kameras - Einweglösungen. Leistung und Qualität bleiben hier jedoch hinter den entsprechenden langlebigen Produkten meist zurück.
Auch landen viele voll funktionsfähige Produkte, wie z.B. Computer, auf dem Müll. Grund dafür ist oft, dass eine neue Gerätegeneration zwar mehr Möglichkeiten verspricht, die jedoch von vielen niemals genutzt werden. Wer nicht Höchstanforderungen für Multimediaprogramme (Animationsspiele, Filme, etc.) an seinen Rechner stellt, kann selbst mit betagteren Modellen seine normalen Büroanwendungen bewältigen oder im Internet surfen.

Mehrweg statt Einweg
Gerade bei den Dingen des täglichen Bedarfs lässt sich viel Abfall vermeiden. Insbesondere Mehrwegsysteme tragen ganz wesentlich zur Abfallvermeidung bei. So erreichen beispielsweise Mehrwegflaschen häufig über 40 Umläufe. Damit lässt sich die ständige Neuproduktion entsprechender Einwegverpackungen vermeiden, was darüber hinaus erhebliche Abfallmengen einspart.
Mit der neuen Pfandregelung auf viele Getränke-Einwegverpackungen ("Dosenpfand") entfällt ohnehin der zuvor bestehende Bequemlichkeitsvorteil der Ex-und-hopp-Verpackungen: Auch die bepfandeten Einwegverpackungen müssen nun zurück gebracht werden. Dem Verbraucher wird es damit leichter gemacht, sich bewusst für eine umweltfreundliche Mehrwegverpackung zu entscheiden.
Aber nicht nur Getränkeflaschen lassen sich mehrmals befüllen. Ebenso werden beispielsweise Reinigungsmittel und vieles mehr in preisgünstigen, Abfall vermeidenden Nachfüllpackungen angeboten.
Manche Verpackungen, wie unnötige Portionsverpackungen für Konfitüre oder Kaffeesahne lassen sich auch ganz vermeiden. Ebenso überflüssig sind viele Umverpackungen, wie beispielsweise die Pappschachtel für die Zahnpastatube.

Tipp: Durch die Verwendung von Einkaufstaschen oder Körben statt Plastiktüten lässt sich auf Dauer viel Abfall und eine Menge Geld einsparen.

 


Nachhaltiger Einkauf
Drei Broschüren der Bundesregierung als download:


Kontakt: Abfallberatung für private Haushalte
Bei allen Fragen zur Abfallvermeidung und zur richtigen Entsorgung.
Tel. 030 7592-4900
Fax 030 7592-2262