Deponie-Sanierung und Deponiegas-Verwertung

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Deponiegasanlage
Deponiegasanlage in Schwanebeck

Bis 2005 wurde ein Teil des Berliner Hausmülls auf Deponien jenseits der Stadtgrenze abgelagert. Seit dem 31. Mai 2005 ist die Deponierung unbehandelter Siedlungsabfälle grundsätzlich nicht mehr zulässig. Siedlungsabfälle müssen durch Vorbehandlung inertisiert, d.h. biologisch und chemisch inaktiv gemacht werden. 
Die Deponien wurden daher stillgelegt. Im Rahmen von Sanierungs- und Renaturierungsmaßnahmen arbeitet die BSR derzeit am geordneten Abschluss der drei  ehemaligen Hausmülldeponien.

Deponiegasverwertung auf den Deponien Schwanebeck, Wernsdorf und Schöneicher Plan

BHKW Technik
Blochkeizkraftwerk

Die organischen Anteile des Hausmülls werden  im Deponiekörper unter Luftabschluss durch Bakterien abgebaut. Dabei entsteht Deponiegas, das etwa zur Hälfte aus Methan besteht. Methan gilt als Treibhausgas, das rund 23-mal stärker als Kohlendioxid ist! Andererseits hat Methan einen hohen Energiegehalt, ist brennbar und lässt sich somit als Ersatzbrennstoff an Stelle von Öl oder Kohle einsetzen. 
Durch Absaugen des Deponiegases aus dem Deponiekörper wird daher zunächst das unerwünschte Entweichen in die Athmosphäre verhindert und gleichzeitig das so gewonnene Gas in Blockheizkraftwerken energetisch verwertet.

Die BSR betreibt heute an allen drei Deponiestandorten Blockheizkraftwerke (BHKW). Nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung wird hier das Deponiegas in elektrische und thermische Energie umgewandelt. 

Die pro Jahr erzeugte Menge Strom beträgt auf den drei Deponien 43.000 MWh (2014). Während ein kleiner Teil den Eigenbedarf der Deponien deckt, wird der überwiegende Rest – die Menge reicht aus, um eine Stadt mit 20.000 Einwohnern zu versorgen – in das öffentliche Stromversorgungsnetz eingespeist. Zusätzlich können 21.000 MWh als Fernwärme genutzt werden.

Der BSR wurde für diese erste Anlage der Berliner Umweltpreis für "hervorragende Leistungen im Umweltschutz, die über gesetzliche Anforderungen hinausgehen" verliehen. Die Juroren werteten die innovative Anlage als "Investition, die überwiegend dem Umweltschutz dient und Belastungen der Luft, des Bodens oder des Wassers vermeiden oder erheblich mindern".

 


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